ARTE RE - GIFTIGER STAUB IN SERBIENS KUPFERSTADT
Die serbische Kleinstadt Bor lebt vom Kupferbergbau. Viele Bewohner machen die hohen Schadstoffbelastungen durch die ehemals staatliche Mine, die seit 2018 mehrheitlich einem chinesischen Konzern gehört, für ihre Krebserkrankungen verantwortlich. Jetzt haben sich Studierende und Oppositionelle politisch zusammengeschlossen und kämpfen für mehr Demokratie und eine saubere Heimat.
Lazar Milutinović und Marko Andrejević sind Studierende aus Bor, einer Kleinstadt im Osten Serbiens, die vom Kupferbergbau lebt. Die beiden gehören zur Studierendenbewegung, die seit zwei Jahren gesellschaftlichen Wandel in Serbien vorantreibt. Bor leidet unter den Emissionen des Kupferbergbaus. Kritiker verweisen darauf, dass weiterhin hohe Schwermetallbelastungen gemessen werden: Viele Menschen erkranken an Krebs, die Lebenserwartung ist niedrig.
Umweltingenieurin Snežana Šerbula untersuchte die Auswirkungen der Mine auf Bor über ihr gesamtes Berufsleben. Sie ist eine der bekanntesten kritischen Stimmen zum Bergbau in Serbien und hat viele wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen der Schwermetallemissionen auf die Natur und die Gesundheit der Menschen veröffentlicht.
In der Reportage berichten Arbeiter, nicht ausreichend über mögliche Langzeitfolgen informiert worden zu sein. Auch aus der Bevölkerung kommt Kritik: Behörden und dem Unternehmen wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Lazar und Marko haben im Ort eine Oppositionsbewegung gegründet, die mehr Kontrolle und strengere Umweltauflagen fordert.
Jasna Tomić aus dem Dorf Krivelj in der Nähe von Bor droht wegen der Mine ihre Heimat zu verlieren. Das Dorf, das seit Jahrhunderten von der ethnischen Minderheit der Walachen bewohnt wird, soll der Mine weichen. Viele Nachbarn haben das Dorf bereits verlassen. Auch Jasna ahnt, dass sie ihr Zuhause verlieren wird, und kämpft darum, dass wenigstens die Dorfgemeinschaft als Ganzes eine neue Heimat erhält.
Video-Link hier
RE: JUNG, LAUT, DEMOKRATISCH IN SACHSEN-ANHALT
Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl: Der 17-jährige Max kämpft für eine offene Gesellschaft, Jura-Student Hannes dokumentiert den politischen Rechtsruck in seiner Heimat, und Kosmetikerin Alexandra erlebt täglich, wie tief ihre Kundschaft auch politisch gespalten ist.

Einige Monate vor der womöglich richtungsentscheidenden Landtagswahl im Herbst in Sachsen-Anhalt: Der AfD-Landesverband, den der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft, steht in Umfragen nahe an einer absoluten Mehrheit.
Der 17-jährige Max mobilisiert auf seinem Kanal "Maximal demokratisch" auf Social Media für Demokratie, gegen Faschismus und für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Als Sohn eines irakischen Vaters und einer deutschen Mutter hat er schon früh gelernt, was Ausgrenzung und Rassismus bedeuten. Der Jura-Student Hannes dokumentiert den politischen Rechtsruck in seiner Heimat und ringt dabei mit seiner eigenen Familiengeschichte, seit es mit seinem AfD-affinen Vater zum Bruch kam. Um sich vor Anfeindungen und Übergriffen auf seinen Videodrehs zu schützen, trainiert er auch Kickboxen. Max‘ gute Freundin Alexandra betreibt ein Kosmetikstudio in einer Plattenbausiedlung. Sie hat sich trotz allem bewusst dafür entschieden, in ihrer Heimat zu bleiben – auch wenn sie in ihrem Studio immer wieder mit der gesellschaftlichen Spaltung konfrontiert wird.
Drei junge Menschen zwischen Engagement, Alltag und der Frage, welcher Zukunft dieses gesellschaftlich gespaltene Bundesland entgegensieht.
Video-Link hier